5. April 2011

Auch Erfurt und Jena, nicht nur Bayern und Barcelona

Zum Erwerb der Übertragungsrechte der UEFA Champions League durch das ZDF erklärt der medienpolitische Sprecher der Linksfraktion, André Blechschmidt: „Geschätzte 50 Millionen Euro aus Gebührengeldern für die Rechte an der Champions League auszugeben, ist wenig nachvollziehbar. Das tut der Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht gut. ARD und ZDF haben einen Versorgungsauftrag und dazu gehört, sich auf Angebote zu konzentrieren, die in privaten Fernsehsendern wegen mangelnder Profitchancen zu kurz kommen. Gerade für die Champions League hätte aber keine Gefahr bestanden, dass sie nicht im frei empfangbaren Bereich zu sehen sein wird.

Ärgerlich ist diese Entscheidung vor dem Hintergrund, dass es eine Dritte Liga gibt, die chronisch unterfinanziert ist – vor allem wegen mangelnder Fernsehgelder. Damit haben auch die Thüringer Drittligisten FC Rot-Weiß Erfurt und FC Carl Zeiss Jena zu kämpfen. Die 20 Vereine der 3. Liga erhalten von ARD und ZDF gemeinsam über die Agentur SportA knapp 13 Millionen Euro. „Wenn schon über Rundfunkgebühren Fußball finanziert wird, dann doch bitte so, dass die Gelder bei den Vereinen ankommen, die für regionale Identifikation sorgen. Gerade die Ost-Clubs werden von den privaten Fernsehsendern stiefmütterlich behandelt und haben infolge dessen geringere Einnahmen“, moniert der Abgeordnete der LINKEN. Hier könne das ZDF gerne ansetzen und Spiele übertragen, die bei Sat 1 sicher nicht laufen. „Auch Erfurt und Jena, nicht nur Bayern und Barcelona – das sollte als Maxime für öffentlich-rechtliche Fußballübertragung gelten“, so Blechschmidt abschließend.