3. Mai 2011

Zur Pressefreiheit gehört auch faire Beschäftigung

Zum heutigen internationalen Tag der Pressefreiheit erklärt der medienpolitische Sprecher der Linksfraktion, André Blechschmidt:

„Pressefreiheit ist auch in der Bundesrepublik keine Selbstverständlichkeit. Zur Pressefreiheit gehören auch faire Beschäftigungsbedingungen für Journalistinnen und Journalisten. Wie erst Mitte April eine Studie der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) gezeigt hat, erhalten freie Mitarbeiter von Zeitungsverlagen in Ostdeutschland im Durchschnitt nur 30 Cent Honorar pro Druckzeile. Nach den Gemeinsamen Vergütungsregeln sind aber je nach Textart zwischen 91 und 165 Cent pro Zeile fällig. Die Tageszeitungen in Ostdeutschland zahlen ihren Freien also niedrigste Dumpinglöhne, mit denen kaum guter Journalismus zu machen sein dürfte. Diese Praxis gefährdet die Pressefreiheit, denn wo Recherchezeit immer weiter zusammengestrichen wird, können die Medien ihre Informationsaufgabe und demokratische Kontrollfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen.“

Die Linksfraktion im Thüringer Landtag erklärt sich mit den Kolleginnen und Kollegen vom DJV solidarisch, die sich heute auf dem Erfurter Anger zu einer Menschenkette für Pressefreiheit versammelt hatten. „Es ist äußerst bedauerlich, dass die Thüringer Landesregierung die Situation der Beschäftigten im Thüringer Pressewesen ignoriert und wider besseren Wissens in der Antwort auf die entsprechende Große Anfrage der LINKEN behauptete, ihr lägen dazu keine Informationen vor. Wir werden der Regierung in der nächsten, zu dieser Thematik öffentlichen, Ausschusssitzung noch einmal die Fragen stellen, die sie in der Großen Anfrage nicht beantworten wollte“, so Blechschmidt abschließend.