10. April 2012

MDR-Angebote in Gebärdensprache ausbauen statt abschaffen

Zu Medienberichten, wonach der MDR mit dem Wegfall der Sendung „Länderzeit“ keine Regionalnachrichten in Gebärdensprache mehr anbieten wird, erklären die behindertenpolitische Sprecherin Karola Stange und der medienpolitische Sprecher André Blechschmidt:

„Das Aus für die Regionalnachrichten in Gebärdensprache ist für uns einfach inakzeptabel. Ein gebührenfinanzierter Sender sollte die Barrierefreiheit für 1.600 gehörlose Menschen in Thüringen gewährleisten.“

Karola Stange weist insbesondere auf die Anerkennung der Gebärdensprache als eigenständige Sprache hin: „Kommunikation von Gehörlosen findet in Gebärdensprache statt. Sendungen zu untertiteln, ist dafür kein Ersatz, denn Untertitel sind immer verkürzt. In der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung haben sich die Mitgliedsstaaten verpflichtet, auch für Gehörlose Möglichkeiten anzubieten, gleichberechtigt am politischen Leben teilzunehmen. Das bedeutet für einen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, dass der Barrierefreiheit gerade bei Informationssendungen besondere Beachtung geschenkt werden muss.“

André Blechschmidt weist auf den neuen Rundfunkgebührenstaatsvertrag hin, der im November 2011 vom Landtag verabschiedet wurde: „Wenn ab 2013 auch blinde und gehörlose Menschen Rundfunkgebühren bezahlen müssen, dann müssen barrierefreie Fernsehangebote nicht abgeschafft, sondern massiv ausgebaut werden.“