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Der 8. Mai: Tag der Befreiung!

Norbert Schramm, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Thüringen
Gedenkkranz der Deutsch-Russischen-Gesellschaft
Erinnerungstafel an russiche Opfer

Der 8. Mai stand in diesem Jahr unter besonderen Vorzeichen. Der Angriff Rußlands auf die Ukraine bedeutete, die Bedeutung der Roten Armee für die Befreiung Deutschlands im Jahr 1945 klar abzugrenzen von der aktuellen Rolle der russischen Armee. Norbert Schramm von der jüdischen Gemeinde hielt dazu eine bemerkenswerte Rede.

Schon in der Einladung machte die Deutsch-Russische-Freundschaftsgesellschaft auf die Besonderheiten in diesem Jahr aufmerksam: Sie bat darum, auf jegliche Fahnen oder Transparente der beteiligten Vereine oder Organisationen zu verzichten. Es kamen auch keine Vertreter*innen der damaligen Alliierten zu Wort, sondern Norbert Schramm, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Thüringen, hielt die zentrale Ansprache.

Er konzentrierte sich in seiner Rede auf die Bedeutung des 8. Mai für die jüdische Bevölkerung. Denn für diese stellte der Tag eine klare Zäsur da: sie waren zwar offiziell von der Verfolgung durch die Nazis befreit, hatten aber noch lange Zeit mit den Folgen der geschehenen Gräueltaten zu kämpfen. Viele kehrten dem „Land der Täter" den Rücken, andere versuchten an ihr früheres Leben anzuknüpfen. Aber er ließ auch nicht aus, welche Emotionen der russiche Überfall auf die Ukraine in der jüdischen Gemeinde auslöste.

Mit dieser differenzierten Darstellung hat Norbert Schramm aus meiner Sicht den 8. Mai 1945 in seiner Bedeutung für die Bevölkerung Europas und speziell der jüdischen ausgezeichnet dargestellt.